Liebe zu Island

Bei den Bildern musste ich zu einer Auswahl finden. Nach fünf Reisen auf die kleine Insel im Nordatlantik ist so etwas schwer. Zu viele Bilder, zu viele Eindrücke haben sich angesammelt. Positive aber auch negative.
Auf meinen Touren mit Rucksack und Zelt, dem täglichen Essen im Rucksack und Wasser aus Bach und See, fällt mir irgendwann eine Gemeinsamkeit von Island und mir auf: wir beide sind zerbrechlich. Ich kleiner Mensch bewege mich in einer Landschaft, wie es sie lange vor der Entstehung des Lebens auf unserer Erde gab; bin dem extremen Wetter und einer lebensfeindlichen Umgebung ausgeliefert. Ich bin zerbrechlich wie eine Christbaumkugel; hierfür nicht geschaffen.
Island ist auf eine andere Art zerbrechlich. Die kleinen Eisskulpturen unterhalb des Gletschers können in jedem Augenblick zerfallen; den so solide wirkenden, unzerstörbaren Basaltfelsen, wohnt aber auch Zerbrechlichkeit inne. Sie zerbrachen entweder schon im Augenblick ihrer Entstehung oder erst viele Menschenalter später. Sie zerbrachen; oder sie wurden durch ständigen Wind und fliegenden Sand geformt, modelliert - erhielten Gestalten wie von Bildhauern geschaffen.
Die Auswahl meiner Bilder kann nur einen kleinen Teil meiner Impressionen wiedergeben. Ich habe Bilder ausgewählt, die ich in Grautönen entwickelt habe. Sie geben einen Teil meiner Empfindungen für dieses besondere Stück Land am Polarkreis wieder. Das Gefühl filigraner Zartheit und das unglaublicher Härte.